Alaska Nordlicht

Der Enge entfliehen und Alaska erleben

Alaska steht für eisige Kälte und erstarrte Landschaften, aber ist das wirklich so? Ich wollte es wissen. Um dem Erfrierungstod ein sicheres Schnippchen zu schlagen, wählte ich vorsichtshalber den Monat Juni für meine Reise und siehe da, die Tagestemperaturen lagen um die 25 °C. Mein Reiseziel war Soldotna auf der Kenai Halbinsel.

Ankunft und Weiterreise

Mit Zwischenlandung in Seattle erreichte ich den Airport von Anchorage und wurde von einem riesigen, ausgestopften Grissly mit erhobenen Tatzen begrüßt. In Alaska hat das Fliegen denselben Stellenwert wie das Autofahren. Also nahm ich mir ein Flugtaxi, um mein weiter südlich gelegenes Ferienziel zu erreichen und die atemberaubende Landschaft erst einmal aus der Vogelperspektive zu betrachten. Die unglaubliche Weite des Landes, die friedvolle Atmosphäre, die vielen Seen, die zerklüfteten Berge, ich bekam eine Idee davon, warum sich Menschen in den endlosen Wäldern Alaskas niederlassen.

Unerschöpflicher Fischreichtum

Soldotna ist das Eldorado der Angler und Sportfischer, dementsprechend viele Sommergäste aus allen Teilen der U.S.A. waren angereist, um mit Angelruten bewaffnet ihrer Lieblingsbeschäftigung nachzugehen, Riesenlachse und Monsterheilbutts zu fangen. Ich wusste nicht, dass die Gegend im Sommer so überlaufen ist und musste feststellen, dass es keine freien Hotelzimmer gab. Also bezog ich nach einigem Herumfragen ein kleines Zimmer in einem Privathaus.

Ein Wunsch geht in Erfüllung

Gleich am darauffolgenden Tag erfüllte ich mir einen lang gehegten Wunsch. Am kleinen Flugplatz von Girdwood flog ich mit einem Helikopter von Alpine Air zu einem nahe gelegenen Gletscher, wo bereits ein Musher mit seinem Schlittenhundeteam wartete. Im Schlitten ging es auf einen flotten, fünf Kilometer Rundkurs über den Gletscher, ein unglaubliches Erlebnis.

Die Gastronomie in Soldotna

Nach diesem Abenteuer stärkte ich mich bei Elchsteak und Blaubeerkuchen im „Diggers Home“, einem imposanten Holzbau, der neben dem Restaurant auch einen Souvenir Shop beherbergt. Erfreulicherweise hat die Gastronomie in Soldotna einiges zu bieten. Natürlich werden allerorts Fischgerichte serviert, aber es gibt auch sehr urige Speiserestaurants mit typischen Alaska-Gerichten.

Souvenirs für die Lieben zuhause

Die kunstgewerblichen Gegenstände, die man in Soldotna erstehen kann, sind wunderschön und nahezu alles wird von den Inuit hergestellt, die von den Europäern als Eskimos bezeichnet werden. Ich konnte der Versuchung nicht widerstehen und erwarb ein Paar Mukluks aus Seehundfell, die meine Füsse wohl nie zieren werden, denn dazu bedarf es arktischer Kälte.

Interessantes und historisches anschauen

Alaska Berge

Ich sah mir das Soldotna Homestead Museum an, eine Ansammlung alter Behausungen der ersten Siedler und ich weiβ jetzt, wie das Leben von Jack London aussah. Meine Gastgeber waren stolze Besitzer eines Bootes und ich durfte mit ihnen den Kenai Fjords National Park befahren. Dort herrscht ein unbeschreiblicher Lärmpegel, denn zahllose Meeres- und Küstenbewohner wie Pagageientaucher, Seeotter, Seelöwen, Möwen und Robben erfüllen die Luft mit ihrem Geschrei. Riesige Eisbrocken stürzen sich vor den Gletschern mit Getöse ins Meer. Man kann sogar Buckel- und Orcawale sehen.

Mit einem Leihwagen unternahm ich viele Ausflüge in die nähere Umgebung, trank Kaffee in malerischen Fischerdörfern und fuhr auf schmalen Wegen durch die Wälder, bis es nicht mehr weiterging. Ich sah sogar Goldwäschern bei ihrer mühseligen Arbeit zu und versuchte es selbst, was allgemeine Heiterkeit bei den Profis hervorrief, leider hatte ich kein Glück.

Tierparadies Alaska

In Alaska, zumindest auβerhalb der großen Ortschaften, gibt es weder Zäune noch Mauern, welche die natürlichen Schweifgebiete der Wildtiere unterbrechen könnten. So muss jeder Hausbesitzer oder Ferienhausbewohner damit rechnen hin und wieder von einem Elch oder Bären besucht zu werden. Ich habe während meines Urlaubes in Alaska sehr viele Bären hautnah erlebt. Vor allen an den öffentlichen Müllcontainern ist Vorsicht geboten. Übrigens habe ich meine Taschenlampe nicht benötigt, denn während des gesamten Sommers wird es nie richtig dunkel in Alaska.
Fazit: Ich muss unbedingt wieder hin! Aber das nächste Mal bringe ich mehr Zeit mit.